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Ist impfen gefährlich?

14 Impfungen für Kinder und Jugendliche empfiehlt die Ständige Impfkommission. Das deutsche Expertengremium in Sachen Impfung. Doch es gibt Impfskeptiker – vor allem in Süddeutschland. In einigen Landkreisen haben zum Beispiel nur rund 40 Prozent aller Kinder die erforderlichen zwei Impfungen gegen Masern bis zum zweiten Lebensjahr erhalten.

Eines ihrer Argumente: Die vielen Impfungen seien reine Geldmacherei der Pharmaindustrie. Doch die Gesetzlichen Krankenversicherungen zahlten von ihren Jahresausgaben nur knapp eineinhalb Milliarden Euro für Schutzimpfungen. Fast 38 Milliarden Euro dagegen für Arzneimittel. An Medikamenten für Kranke verdient sich also deutlich besser. Manche Impfkritiker halten Impfungen an Säuglingen für zu früh. Doch gerade für die Kleinsten sind einige Infektionskrankheiten am gefährlichsten. Bei Keuchhusten z.B. kommt es bei jedem vierten Kind unter sechs Monaten zu Komplikationen. Belege, dass Säuglinge Impfungen schlechter vertragen als ältere Kinder, gibt es laut Robert-Koch-Institut keine.

Einige Eltern halten das Überstehen von Infektionskrankheiten für einen wichtigen Entwicklungsschritt ihrer Kinder. Doch wissenschaftliche Studien konnten bisher nicht belegen, dass sich nicht geimpfte Kinder körperlich oder geistig besser entwickeln als geimpfte. Zumal die Krankheiten und ihre Folgen nicht zu unterschätzen sind: Noch immer stirbt einer von 1000 Masernerkrankten. Die Wahrscheinlichkeit, einen Impfschaden zu erleiden, ist verschwindend gering. Rechnet man die Zahl der anerkannten Impfschäden gegen die der durchgeführten Impfungen an Kassenpatienten – liegt sie nur bei 0,00008 Prozent. Es gibt Menschen, die können sich gar nicht oder noch nicht impfen lassen: z.B. Immunkranke, Schwangere oder Neugeborene.

Für sie ist der so genannte Herdenschutz wichtig. Er soll sie vor schweren Krankheiten bewahren. Und der funktioniert so: Sind nur wenige z.B. gegen Masern geimpft, kann sich die Krankheit schnell ausbreiten. Auch noch bei einer Impfquote von 60 Prozent. Erst bei 95 Prozent ist der Herdenschutz erreicht. Nicht geimpfte Personen bleiben gesund. Geschützt, durch die geimpften, die sie umgeben. So hilft die eigene Impfung immer auch denen, die besonders gefährdet sind.

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Ein Gedanke zu „Ist impfen gefährlich?“

  1. Ich wurde seit Jahren nicht mehr geimpft LOL. Ich muss erstmal wieder in meinen Impfpass schauen. Ich kann mich nur noch an die Erzählungen meiner Eltern erinnern, die mich wohl regelrecht festschnallen mussten, weil ich so eine Angst vor der großen Spritze hatte.
    Aber vielleicht ist das jetzt ja auch schon ein bisschen anders. Ich bin ja auch schon ein paar Jahre älter geworden.

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