Was macht die Bundeswehr in Mali?

Bis zu 1450 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten können in Mali stationiert werden. Damit ist der Einsatz Deutschlands größte Militärmission. Und: Er gilt als der gefährlichste. Mali im Westen Afrikas, ist dreieinhalbmal so groß wie Deutschland und eines der ärmsten Länder der Welt. Der weitaus kleinere Teil ist in der Nähe der Hauptstadt Bamako stationiert.

Sie bilden im Auftrag der EU malische Soldaten und Polizisten aus. Und in Zukunft auch Soldaten aus anderen Ländern in der Sahelzone. In Gao im nördlichen Teil sind die meisten Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie gehören zur Mission MINUSMA – der Vereinten Nationen. Sie übernehmen vor allem Aufklärungsaufgaben unter anderem mit Hubschraubern und drei unbemannten Aufklärungsdrohnen.

Aber wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass die Bundeswehr in Mali ist? 2012 besetzten Rebellen des Tuareg-Volkes und Dschihadisten den gesamten Norden des Landes. Ein islamistisches Mali drohte. Daraufhin griff die ehemalige Kolonialmacht Frankreich militärisch ein. Auf Bitten Frankreichs schickte Deutschland zunächst Flugzeuge zur Luftbetankung und Transportmaschinen. Seit Sommer 2013 sind die Vereinten Nationen aktiv: Zur Zeit mit mehr als 11.000 Blauhelm-Soldaten aus aller Welt. Und was hat Deutschland von dem Einsatz?

Mali liegt auf einer DER Hauptrouten für Flüchtlinge in den Norden. Deshalb hat Deutschland großes Interesse an einer stabilen Region. Die Hoffnung: Weniger Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Hilft der Militäreinsatz denn? Auf der einen Seite: Ja! Die Städte im Norden sind nicht mehr in der Hand der Dschihadisten. Andererseits gilt – wie gesagt – der Bundeswehreinsatz in Mali als der gefährlichste: Inzwischen kämpft eine Vielzahl von bewaffneten Milizen um die Herrschaft im dünnbesiedelten Norden. Und: Es gibt immer mehr islamistische Anschläge.

Viele einheimische Zivilisten sind getötet worden – wie auch mehr als 160 Blauhelm-Soldaten. Darunter zwei deutsche Soldaten: sie verunglückten bei einem Hubschrauber-Absturz im Sommer 2017. Und noch etwas hat zugenommen: Die organisierte Kriminalität. Schleuser schmuggeln nicht nur Flüchtlinge in den Norden Afrikas, sondern auf denselben Routen auch Drogen und Waffen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann von einem stabilen Mali also nicht die Rede sein.

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