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Woher bekommt die WHO ihr Geld?

Heute gibt es keine Pocken mehr, auch Polio -also Kinderlähmung- ist zurückgedrängt. Und Zigarettenschachteln sehen jetzt so aus, um vom Rauchen abzuschrecken. Das alles sind Erfolge der Weltgesundheitsorganisation. Doch woher bekommt die WHO ihr Geld? Rund 2 Mrd Dollar hat die WHO pro Jahr zur Verfügung – nicht viel mehr als ein großes Krankenhaus. Die 194 Mitgliedsländer zahlen Pflichtbeiträge. Die WHO kann frei entscheiden, was sie damit macht.

Doch ist das nicht mal ein Viertel des Gesamtbudgets. Der Großteil besteht aus Spenden von finanzstarken Ländern wie den USA, Großbritannien oder Japan und kommt auch von Stiftungen und anderen Organisationen. Die Spender stellen diese Mittel nur für bestimmte Zwecke zur Verfügung. Kritiker sagen: Das macht die WHO abhängig und setzt falsche Schwerpunkte. Etwa: die Schweinegrippe – die WHO erklärte sie 2009 zur weltweiten Seuche. Später wurde klar: die Krankheitswelle war weniger schlimm als gedacht. Aus Sicht mancher Kritiker hat vor allem die Pharmaindustrie profitiert, weil massenhaft Impfstoff geordert wurde. Anders: 2014. Der Ebola-Ausbruch in Westafrika.

Hier hat die WHO zu spät und zu langsam reagiert – wie sie im nach hinein selbst zugibt. Ein Grund: zu der Zeit war für solche akuten Krisenfälle kaum Geld eingeplant. Zweitgrößter Geldgeber der WHO ist übrigens ein privater Spender: nämlich die Stiftung von Microsoftgründer Bill Gates. Von ihr bekommt die WHO derzeit mehr als 10% ihres Geldes. Die Gates Foundation finanziert vor allem Maßnahmen gegen Polio. Seit 1988 ist die Zahl der Polioerkrankungen von geschätzt 350.000 zurückgegangen auf weltweit 22 Fälle. Für keine andere Krankheit hat die WHO aktuell mehr Geld zur Verfügung: 2018 sind es rund 600 Mio Dollar – etwa für Impfkampagnen.

Gerade mal 100 Mio Dollar sollten eigentlich im sogenannten Notfallfonds sein. Das ist der Topf, den die WHO nach der Ebola-Krise geschaffen hat, um schneller auf solche Situationen reagieren zu können. Doch dieser Topf ist derzeit nur zu einem kleinen Teil gefüllt, weil es dafür kaum Spenden gibt. Das zeigt ein Dilemma der WHO: Sie hat zu wenig Geld und über das Geld, das sie hat, kann sie nicht einfach frei entscheiden.

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