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Tiere in der Landwirtschaft: Wo steht’s um den Tierschutz?

Alltägliche Bilder aus der Fleischproduktion in Deutschland Ganz legal, auch wenn im Tierschutzgestez zu lesen ist: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen.“

Wie steht es um den Tierschutz in der Landwirtschaft? Mehr als 8 Millionen Tonnen Fleisch produzierten deutsche Schlachtbetriebe im vergangenen Jahr. Und davon wurden mehr als drei Millionen Tonnen exportiert – zum Beispiel nach China. Die meisten Tiere kommen aus riesigen Mastställen – in einer der größten deutschen Anlagen stehen mehr als 50 000 Schweine. Die Kritik daran: Nutztierhaltung nimmt oft wenig Rücksicht auf das Wohl der Tiere. Deshalb haben Handel, Schlachter und Bauernverband die freiwillige Initiative Tierwohl gegründet.

Das Prinzip: Pro gekauftem Kilo Schweinefleisch oder Geflügel zahlt der Handel ein paar Cent in einen Fonds. Das Geld geht an Bauern, die den Tieren bessere Lebensbedingungen bieten. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich von der Initiative distanziert: Die Kriterien seien zu lasch, für den Verbraucher nicht nachvollziehbar und die Teilnahme nicht verpflichtend. Auch die neue Bundesregierung will die Tierhaltung verbessern: Im Koalitionsvertrag versprechen SPD und Union zum Beispiel, dass männliche Küken nicht mehr getötet werden. Und bis Ende 2019 soll laut Koalitionsvertrag ein staatliche Kennzeichnung für Fleisch auf den Weg gebracht werden.

Freiwillige Maßnahmen, so Experten, kämen nur etwa 20 Prozent der Nutztiere zu Gute. Auch ein wissenschaftliches Beratergremium des Bundeslandwirtschaftsministeriums fordert schon seit fast drei Jahren eine Wende in der Nutzierhaltung – per Gesetz. Das würde für den Verbraucher höhere Preise von drei bis sechs Prozent bedeuten. Durchschnittlich 59 kg Fleisch isst jeder von uns pro Jahr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal die Hälfte. Wie viel und welches Fleisch aber letztendlich auf den Teller kommt, entscheidet der Verbraucher.

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