Was bringt uns die geplante Brückenteilzeit?

„Arbeit muss zum Leben passen und nicht umgekehrt“, sagt Bundesarbeitsminister Heil. Deshalb will er Teilzeitarbeit attraktiver machen. Vor allem aber die Rückkehrmöglichkeiten in Vollzeit.

Teilzeit wird in Deutschland immer beliebter. Von den etwa 33 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten mehr als 9 Millionen in Teilzeit. Jeder hat einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit. Die Voraussetzungen: man ist länger als 6 Monate im Job und die Firma hat mehr als 15 Mitarbeiter. Besonders für Frauen gehört Teilzeit zu den besten Mitteln, Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen.

So arbeitet jede zweite Frau Teilzeit. Das Problem: oft stecken sie in der Teilzeitfalle, kehren nicht mehr auf 100% im Job zurück. Denn ein Recht auf eine volle Stelle nach der Teilzeit gibt es bisher nicht. Das soll sich ab 2019 ändern – mit der sogenannten Brückenteilzeit.

 

Arbeitnehmer könnten dann ihre Arbeitszeit befristet reduzieren: mindestens für ein Jahr und maximal für fünf Jahre und danach wieder voll einsteigen. Eine Brücke von Teilzeit in Vollzeit. Allerdings mit Einschränkungen. Denn das Recht auf befristete Teilzeit hängt davon ab, wie viele Arbeitnehmer ein Arbeitgeber beschäftigt. In einem kleinen Unternehmen mit weniger als 45 Mitarbeitern, gibt es keinen Anspruch auf die befristete Teilzeit. Bei größeren Betrieben mit bis zu 200 Beschäftigten, gibt es eine Zumutbarkeitsgrenze für den Arbeitgeber.

Das bedeutet, er kann die befristete Teilzeit ablehnen, wenn eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern bereits die Brückenteilzeit in Anspruch nimmt. Erst ab 200 Mitarbeitern gilt der Anspruch auf Brückenteilzeit für jeden. Das heißt: Knapp 15 Millionen Arbeitnehmer, die in kleinen Betrieben arbeiten, hätten nichts von der geplanten Brückenteilzeit. Genau das kritisieren Opposition und Gewerkschaftsbund. Arbeitgeberverbände befürchten dagegen, dass die Brückenteilzeit vielen Unternehmen das Leben schwer macht und die Personalplanung zur Herausforderung wird.

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