Technik im Sport: Wie gerecht ist der Videobeweis?

Zum ersten Mal wird bei einer WM der Videobeweis eingesetzt, um in entscheidenden Spielszenen mögliche Fehlentscheidungen korrigieren zu können.

Dafür haben 33 Fernsehkameras das Spielfeld im Blick. Plus 2 Abseitskameras. Nach der Gruppenphase gibt es zusätzlich noch zwei Superzeitlupen-Kameras. Die Bilder aus allen Stadien laufen im Videokontrollraum in Moskau zusammen.

Dort werten ein weiterer Schiedsrichter, der Video-Assistent – und sein Team, die Spielszenen aus. In entscheidenden Situationen informiert entweder der Video-Assistent den Schiedsrichter – oder umgekehrt. Bei umstrittenen Toren oder roten Karten zum Beispiel. Der Video-Assistent überprüft den Vorfall. Und teilt dem Schiedsrichter seine Einschätzung mit. Der Schiedsrichter kann diese ungeprüft übernehmen.

Oder: Sich die Szene selbst ansehen – auf einem Bildschirm am Spielfeldrand. Am Ende hat aber immer der Schiedsrichter auf dem Feld das letzte Wort. Bei Bundesliga-Spielen haben Fans die Videobeweis-Entscheidungen manchmal nicht mitbekommen.

Auch deshalb soll bei jedem WM-Spiel ein FIFA-Mitarbeiter die Infos ins Stadion und an die Sender weitergeben. Die Erfahrungen aus der Bundesliga zeigen aber auch: Zwar wurden 64 Fehlentscheidungen korrigiert. Gleichzeitig wurden aber 14 Fehlentscheidungen getroffen. Dazu kommt, dass bei der WM in Russland viele Schiedsrichter und Video-Assistenten keine praktische Erfahrung mit der Technik haben. Der Videobeweis wird den Fußball nicht 100%ig gerecht machen. Aber zumindest etwas gerechter.

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