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Öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen?

In Großbritannien – gab es dazu ein spannendes Experiment. Probeweise durften Kritiker neun Tage lang nur Privatfernsehen schauen und Privatradio hören Zwei Drittel wollten danach die öffentlich-rechtliche BBC mit ihrem Unterhaltungs- aber eben auch Informationsangebot zurück! Nach der Erfahrung mit gleich geschalteten Medien in Nazi-Deutschland, haben die Briten auch in Deutschland einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingeführt.

Die Idee dahinter ist: Eine Demokratie braucht unabhängige Informationen. Darum werden ARD und ZDF weder vom Staat – also durch Steuergeld – noch allein durch Werbe-Einnahmen finanziert. Sondern durch Abgaben aller Bürger Doch Kritiker von ARD und ZDF sagen: Unabhängig? Politiker würden doch versuchen, in den Sendern mitzumischen. Stimmt! Aber nicht nur Politiker. ARD und ZDF werden kontrolliert von Vertretern der Parteien, aus Kirchen, der Kultur, Sport-, Arbeitgeberverbänden oder Gewerkschaften. Sie bilden die Rundfunkräte. Prozentual die meisten Vertreter schicken aber Parteien.

Dass Politiker, die eigentlich von Journalisten kontrolliert werden sollen, wiederum die Sender kontrollieren, sorgt regelmäßig für Spannungen. Doch wahr ist auch: Diese Politiker – von der Linkspartei bis zur AfD – sind als demokratisch gewählte Vertreter des Volkes in den Kontrollgremien. Und die Kosten? In Deutschland zahlen Haushalte rund 210 Euro pro Jahr für öffentlich- rechtliches Fernsehen, Radio und Internet-Angebote. In der Schweiz waren es zuletzt 414 Euro, in Dänemark 330 Euro. In Albanien 9 Euro. Damit liegt Deutschland europaweit im Mittelfeld.

Die ARD zahlt davon eines der dichtesten Fernseh- und Radio-Korrespondenten Netze der Welt. In Deutschland und im Ausland. Auch, um Nachrichten und Neuigkeiten von „Fake News“ trennen zu können. Das alles abschaffen? Allein die 20 Uhr Tagesschau schauten im vergangenen Jahr im Durchschnitt täglich mehr als zehn Millionen Menschen. So viele wie nie zuvor.

 

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