Smoothies fertig kaufen – eine gute Idee?

Der Alltag ist heute für die meisten Menschen mehr als stressig. Arbeit, Kinder, Haushalt und Freizeit sind vollgepackt mit Aktivitäten und Aufgaben. Da fällt es den meisten sehr schwer, den allgemeinen Ernährungsempfehlungen zu folgen. Besonders die täglichen fünf Portionen Obst und Gemüse sind oft nur schwer einzuhalten. Wenn es da nicht im Supermarkt-Regal diese tolle Erfindung geben würde: Smoothies in der Flasche, bereits fix und fertig gemixt. Schnell wird in das Regal gegriffen, und eine Flasche eingepackt. Viel einfacher geht es doch nicht, eine Portion Obst zu sich zu nehmen, und das ist auch noch gesund. Aber ist das wirklich so gesund? Eine Frage, die sich jeder Konsument auf jeden Fall stellen sollte. Natürlich stellen fertige Smoothies eine Erleichterung des Alltags dar. Oft sind sie aber gar nicht so gesund, wie sie es zu vermitteln versuchen. Selbst wenn der Hersteller auf den Zusatz von Zucker verzichtet, und das ist längst nicht bei jedem Anbieter der Fall, ist in den kleinen Flaschen einiges an Zucker enthalten. Ballaststoffe fehlen oft gänzlich, und auch Vitamine sind meistens kaum zu finden. Abgesehen davon, wer einen Erdbeer-Banane-Smoothie kauft, möchte sicher nicht als Hauptzutat Apfel darin finden. Wir haben einiges Smoothies getestet, und waren doch etwas überrascht bei manchen Produkten. Wir möchten hier nicht direkt auf spezielle Produkte eingehen, da die Auswahl mittlerweile wirklich mehr als groß ist. Dennoch gibt es einige Punkte, die wir aus diesem Test ziehen konnten. Aber nehmen wir zunächst diese Smoothies generell einmal etwas näher unter die Lupe. Können sie wirklich als gleichwertiger Ersatz gesehen werden für frisches Obst?

Mark und Püree statt ganze Früchte

Für einen Smoothie werden unterschiedliche Früchte und auch grünes Blattgemüse in den Mixer geworfen, und mit Wasser wird ein Smoothie daraus. Klar dass jeder Käufer denkt, dass in der schönen bunten Smoothie-Flasche ebenfalls zerkleinertes Obst zu finden ist. Allerdings ist dies nicht der Fall. Bei den meisten Smoothies aus dem Laden ist es so, dass sie aus Gemüsepüree und Fruchtmark bestehen. Noch dazu ist es so, dass beim Pasteurisieren die meisten verbliebenen Vitamine auch noch abgebaut werden. Und schon ist dieses ja so gesunde Getränk gar nicht mehr so gesund.

Hoher Zuckergehalt

Viele Hersteller rühmen sich damit, dass ihren Smoothies kein Zucker zugesetzt wird, und die Süße lediglich aus den verwendeten Früchten kommt. Das ist zwar sehr löblich, ändert aber nichts daran, dass fertige Smoothies richtige Zuckerbomben sind. Im Durchschnitt sind darin rund 13 Gramm Zucker pro 100 ml zu finden. Zum Vergleich: 100 ml Cola enthalten 10,6 Gramm Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, pro Tag nicht mehr als 25 Gramm Zucker zu sich zu nehmen. Mit dem Verzehr einer einzigen Flasche, die für gewöhnlich 250 ml enthält, liegt der Käufer also bereits über der Empfehlung.

Wenig bis keine Vitamine und Ballaststoffe

Obst und Gemüse gelten deshalb als gesund, weil sie viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten, aber auch Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Wird ein Smoothie daheim im Mixer gemacht, bleiben diese Inhaltsstoffe enthalten. Anders sieht es bei den fertigen Smoothies aus. Beim Verarbeitungsprozess gehen viele Vitamine und Mineralstoffe verloren. Auch von den wichtigen Ballaststoffen bleibt meist nicht viel übrig. Viele Hersteller mischen ihr Fruchtpüree gerne mit viel Wasser oder Fruchtsaft, und schon reduziert sich der Nährstoff- und Ballaststoffanteil noch einmal. Generell ist es so, dass ein guter Smoothie immer mindestens zur Hälfte aus ganzen Früchten bestehen sollte. Das kann entweder in Püreeform sein, oder auch in kleinen Stücken. Bei den meisten Smoothies ist das auch der Fall. Allerdings gibt es auch immer wieder Hersteller, die einfach nur gut verdienen möchten, und in den Smoothie recht große Mengen Saft zugeben. Eigentlich hat der Verbraucher dann nur noch einen einfachen Fruchtsaft in der Flasche, mehr nicht. Leider ist es so, dass es für den Begriff Smoothie keine eindeutige Definition gibt. So sind solche Unterschiede überhaupt möglich. Ein Blick auf das Etikett zeigt, wie viel Fruchtanteil in einem Smoothie zu finden sind. Nicht empfehlenswert sind Smoothies ohne Vitamine und mit zugesetztem Zucker.

Apfel statt Erdbeere

Ein weiterer Punkt, der leider nicht für fertige Smoothies spricht, ist die Tatsache, dass oft nicht das drin ist, was das Etikett verspricht. Gut, drin ist es vielleicht schon, aber es handelt sich dann nicht um die Hauptzutaten. Wer einen Erdbeer-Banane-Smoothie kauft wird sicherlich erwarten, dass als Hauptzutaten Erdbeeren und Bananen aufgeführt sind. Wenn dann an erster Stelle aber Äpfel stehen, ist die Frage auf jeden Fall berechtigt, was diese Zutat dort zu suchen hat. Leider ist es bei vielen Geschmacksrichtungen der Fall, dass Apfelpüree als Grundlage für den Smoothie genutzt wird, weil Äpfel eben günstiger sind als Erdbeeren oder Mangos. Ein Blick auf das Etikett hilft auch hier weiter.

Vorteile fertiger Smoothies

Nachdem mittlerweile schon einiges gegen den Verzehr von fertigen Smoothies spricht, sollen natürlich auch die Vorteile genannt werden. Fertige Smoothies sind schnell gekauft und einfach zu verzehren. Auch im hektischen Alltag finden sie einen Platz. Zudem sind sie eine gute Möglichkeit, um kleine Gemüse- und Obstverweigerer an die leckeren Früchte heranzuführen. Kleine Kinder lieben süße Getränke, und so können sie auf den Geschmack kommen. Für Singles bieten Smoothies auch gute Möglichkeiten. Gerade wer alleine lebt, kauft oft zu viel Obst und Gemüse ein, das nicht rechtzeitig verbraucht werden kann. Dass die Lebensmittel dann im Mülleimer landen, kann mit fertigen Smoothies verhindert werden.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile:

  • Zeitersparnis, müssen nicht erst zubereitet werden

  • Schnell und einfach

  • Schöne Konsistenz

  • Lecker und immer zur Hand



Nachteile:

  • Hoher Zuckeranteil

  • Bei dem Verarbeitungsprozess gehen Nährstoffe verloren

  • Hoher Preis

  • Oft werden günstige Zutaten als Hauptzutat verwendet

  • Zusatzstoffe und extra Zucker können enthalten sein

Fazit:

Als Fazit lässt sich sagen, dass fertige Smoothies auf jeden Fall eine gute Sache sind, wenn man es eilig hat, und nicht einmal eben einen Apfel essen kann. Dennoch ist uns der hohe Gehalt an Zucker in einem solchen Getränk wirklich ein Dorn im Auge. Auch die geringen Mengen an Nährstoffen lassen uns zu dem Schluss kommen, dass fertige Smoothies wirklich nur ab und zu einmal verzehrt werden sollten. Wer gerne mehr dieser leckeren Getränke zu sich nehmen möchte, sollte auf jeden Fall dazu übergehen, die Smoothies selbst herzustellen.



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6 Gedanken zu „Smoothies fertig kaufen – eine gute Idee?“

  1. Ach du liebes bisschen, echt jetzt? Da habe ich mich endlich dazu durchgerungen, doch mal etwas gesünder zu leben, und dann macht ihr mir meine guten Vorsätze kaputt 😉 Allerdings finde ich es viel erschreckender, dass ich mir so gar keine Gedanken gemacht habe darüber, dass dieses Fertigzeugs vielleicht doch nicht so gesund sein könnte, wie ich dachte. Klar, es gibt diese tollen Tabellen mit den Inhaltsangaben, aber mal ehrlich, wer schaut da schon wirklich drauf? Ich bisher auf jeden Fall nicht. Aber vielleicht sollte ich das in der nächsten Zeit doch einmal machen, vielleicht finde ich in der riesigen Auswahl ja doch noch Anbieter, die das mit der ganzen Frucht etwas ernster nehmen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es sowas wirklich gibt. Aber gut, ich bin auf jeden Fall eine Runde schlauer geworden…

  2. Ich weiß, dass fertige Smoothies längst nicht so gut sind wie frisch gemachte. Obwohl von Ärzten ja sogar von denen abgeraten wird, zumindest in größeren Mengen. Auch da stecken ja nun einmal Früchte drin, und in denen ist Fruchtzucker enthalten, ist so. Wenn ich meinen Mixer selbst mal anwerfe versuche ich, möglichst viel Grün hineinzupacken. Gelingt mit auch nicht immer, aber ich versuche es wenigstens. Aber ansonsten ist es mir lieber, für zwischendurch einen fertigen Smoothie zu haben, statt eines fetten Schokoriegels.

  3. So langsam kann ich es nicht mehr hören, ewig dieses ständige hier ist zu viel Zucker drin, da ist zu viel Zucker drin, meine Güte, lasst mir doch meinen Zucker. Wenigstens ist da nicht noch zusätzlich Zucker reingegeben worden, sondern lediglich der Zucker aus den Früchten ist enthalten. Ich finde, man kann alles in wenig übertreiben. Man muss sich ja jetzt nicht nur von diesen Dingern ernähren, ich denke mal, das würde mit der Zeit auch ganz schön ins Geld gehen.

  4. Sollte ich jetzt sagen ist mir egal? Wahrscheinlich, denn ich liebe diese Dinger. Schmecken gut, ich muss nichts machen, die Küche bleibt sauber. Ich kaufe die gerne eben schnell in der Mittagspause, dann muss ich nicht einmal dafür sorgen, dass sie den Transportweg von zu Hause bis in den Kühlschrank in der Firma gut überstehen. Ja, ich bin faul, ich gebe es ja zu, aber wenn es so einfach geht, warum sollte man das nicht nutzen? Ich sehe es immer positiv, dass ich so wenigstens etwas an Früchten und Gemüse bekomme, während die Kollegen mit nem Burger und ner Pommes vor mir sitzen. Ich denke verglichen mit sowas ist ein fertiger Smoothie sicherlich die bessere Alternative oder nicht?

  5. Selbst herstellen ist für mich echt schwierig, weil ich einfach zu viel unterwegs bin, kann ja schlecht überall meinen Mixer mit hinschleppen. Würde mein Chef wohl auch nicht gerne sehen. Darum gebe ich zu, dass ich sehr gerne zu diesen Smoothies greife. Ich finde, sie sind eine gute Zwischenmahlzeit, und ich kann sie eben nebenbei am Computer trinken. Einen Apfel oder eine Orange schälen und dann essen ist weitaus schwieriger, zumal dann die Finger kleben, und ich sicher nicht alles zukleben möchte. Für mich sind diese Fertig-Varianten auf jeden Fall eine gute Sache, zumal sie auch in so vielen verschiedenen Varianten zur Verfügung stehen. Ob da jetzt mehr Apfel drin ist oder nicht interessiert mich eigentlich weniger, solange der Geschmack, der auf der Flasche steht, auch herauskommt. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich das wahrscheinlich auch selbst machen, momentan funktioniert das aber einfach nicht.

  6. Und genau weil mir das bereits alles klar war, habe ich noch nie eine Flasche davon gekauft. Da nehme ich mir lieber zwei Bananen mit ins Büro, die sind schnell verzehrt, und füllen den Magen auch. Zudem weiß ich genau, was ich da esse, keine Konservierungsstoffe und was die da sonst noch alles reinknallen. Ich war noch nie ein Fan von solchen Sachen, die in Plastikbehälter verpackt und dann als gesund verkauft werden. Macht alles nur unnötig Müll, darauf sollte vielleicht auch einmal geachtet werden.

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